Der Garten des Kanzlers

Joseph Albrecht von Ittner, letzter Kanzler des Fürstentums Heitersheim (1786-1806), errichtete für seinen häufigen Gast und Dichterfreund Johann Georg Jacobi einen Poetenwinkel, auch ›Poet's Corner‹ genannt. Dort, im reizvollen Garten des Kanzlerhauses, den Ittner selbst anlegte, traf er sich mit den Dichtern Johann Georg Jacobi und Johann Peter Hebel.

Ein Freund und Biograph Ittners beschrieb diesen Garten wie folgt: Von allen Seiten winkten Äste voll Mandeln, Feigen und Pfirsichen. Wie in Italien schlängelten sich die Weinreben mit schweren Trauben an den Obstbäumen empor. Dazwischen erhoben sich hohe Pappeln weit über die Rheinebene und der Garten bot einen herrlichen Ausblick in die Landschaft.

Von den Begegnungen der Dichterfreunde berichtete Jacobi in einem Briefgedicht, das durch Abdruck 1805 in der Freiburger Zeitschrift ›Iris‹ den oberrheinischen Dichterkreis auch der breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Der liebevoll angelegte Garten wurde nach der Aufhebung des Fürstentums und dem Weggang Ittners aus Heitersheim um 1807 zerstört.

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Poetenwinkel im Garten des Kanzlerhauses, 1805
Poetenwinkel im Garten des Kanzlerhauses, 1805
Bildquelle: Uni Freiburg (Bild von Ittners Tochter Josephine)
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